June 15, 2018

AMANDA

english version below

„Ich bin sehr interessiert an Sprachen. Ich liebe es Gedichte in Originalsprachen zu lesen, das ist eine extreme Leidenschaft. Ich versuche gerade Russisch zu lernen und mein Ziel ist es, einmal in meinem Leben Dostojewsky auf Russisch zu lesen.“
 
Amanda Martikainen ist Finnin und studiert Operngesang an der „Hochschule für Musik und Theater“ in Leipzig. Sie spricht sechs Sprachen und hat den Traum, einmal in ihrem Leben viel Zeit in Tibet zu verbringen. Gerade ist sie häufig als Gastsolistin unterwegs, um sich ein Netzwerk aufzubauen und erste professionelle Erfahrungen zu sammeln.
 
Wie entwickelt man Routinen, wenn man ständig unterwegs ist?
 
„Ich versuche immer möglichst früh vor Ort zu sein, damit ich mindestens einen Tag habe um mich auf den Ort einzustellen und zu erden. Schlaf ist außerdem mein Heilmittel für alles, wenn ich genug schlafe bin ich gut drauf.“
 
Wie ist es für dich ständig mit neuen Leuten auf der Bühne zu stehen? Hast du Lampenfieber?
 
„Wenn ich weiß, ich bin nicht gut vorbereitet und ich hab nicht genug Zeit gehabt, dann bin ich eher nervös, aber wenn ich mich gut vorbereitet habe, dann ist es für mich einfach wie ein ganz normaler Job. Wenn ich das Gefühl habe, ich habe einen verständnisvollen, unterstützenden Dirigenten, dem ich folgen kann, dann ist die halbe Miete drin. Mehr braucht man eigentlich nicht.“

 


Du sprachst gerade von einem Dirigenten, gibt es da inzwischen auch ein paar Frauen?

„Das ist ein Thema was mich sehr beschäftigt. Es ist leider so, der Markt ist noch sehr konservativ. Die wenigen Frauen die drinnen sind, die werden auch hervorgehoben. Aber der klassische Markt müsste einfach befreit werden von diesen konservativen Zwängen und ich weiß auch gar nicht woran es liegt, denn alle Leute die in diesem Beruf arbeiten sind eigentlich sehr nach vorne denkend und modern. Ich habe noch nie mit einer Dirigentin gearbeitet, was ich sehr schade finde.“
 
Sicher würde die Musik dann auch anders klingen, oder?
 
„Ich habe oft die Erfahrung gemacht, dass die Musik von Frauen viel ganzheitlicher verstanden wird und es würde mich extrem freuen mal zu erleben wie es wäre mit Frauen Musik zu machen.“
 
Du sagtest alles was du tust hat mit Musik zu tun mehr oder weniger. Was ist dein Ziel?
 
„Also ich mach das schon mit sehr viel Leidenschaft. Der Austausch mit anderen Musikern ist mir dabei sehr wichtig, dieses Gemeinschaftsgefühl, deshalb wäre ich sehr froh, wenn ich mal in einem Opernhaus engagiert sein könnte, weil ich da dann längerfristig mit Kollegen arbeiten könnte.“



"I am very interested in languages. I love to read poetry in original languages, that is a real  passion of mine. At present I am trying to learn Russian and one  day my goal is to read Dostoyevsky in its original Russian.“

Amanda Martikainen comes from Finland  and is studying opera singing at the "University of Music and Theater" in Leipzig. She speaks six languages ​​and her big dream is one day to spend a lot of time in Tibet. Currently she is often on the road as a guest soloist to build up a network and to gain professional experience.
 
How do you develop a routine when you are constantly on the move?

"I always try to be there as early as possible so that I have at least one day to prepare myself  for the place and to ground myself. Sleep is also my cure for everything, when I’ve had enough sleep  I'm in a good mood. "

What is it like for you to constantly be surrounded by new people on the stage? Do you have stage fright?

"When I know I'm not well prepared and I did not have enough time, then I tend to be  nervous, but if  I'm well prepared then it's just like  a normal job for me. If I have the feeling that I have an understanding, supportive conductor whom I can  follow, then I am fine. More is not needed.



You were talking about a conductor, are there any conductresses around in the meantime?

"That's an issue that occupies me a lot. Unfortunately, the market is still very conservative. The few women who work in this business are always emphasized. But the classical  market should free itself from these conservative constraints, of which I do not even know what they are because all the people working in this profession are actually very forward thinking and modern. I have never worked with a conductress, which is a pity."

Surely the music would sound different then, don‘t you think?

"It has often been my experience that music played by women is understood much more holistically and I would be extremely pleased to see what it would be like to play music with women myself."

You said that everything you do has more or less to do with music. What is your goal?

 
"When I play music I do that with a lot of passion. Sharing experiences  with other musicians is very important to me. It is a sense of community, therefore I would be very happy if I could become engaged in an opera house, because then I could work with colleagues on a long term basis.

 

 


 





 

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